Drogenprävention Drogenberatung Drogentherapie Alkohol und Medikamente - Beratung und Therapie
Start
Programm
Referenten
Ort
Anmeldung
Flyer
Folien, Fotos und Links
Kontakt

5. Suchthilfetag Hannover am 21. September 2010

Neuro-Enhancement

(Pharmakologische Interventionen zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit)

Im Januar titelte die HAZ: "Stressfaktor Schule - jeder dritte Schüler leidet"
Die Universität Lüneburg hat im Auftrag der DAK 4500 Schüler im Alter von 10-21 Jahren befragt. 57% der Schüler fühlen sich unter Leistungsdruck, haben Konflikte in der Schule und in der Familie und reagieren mit Unkonzentriertheit, Nervosität oder Kopfschmerzen. Andere reagieren mit Traurigkeit, Aggressionen oder Schlaflosigkeit; eine Problematik, die scheinbar stetig zu nimmt. Interessant ist die Frage, wie die Gesellschaft darauf reagiert.

Die Universität Köln hat im vergangenen Jahr eine Studie herausgebracht, die einen Anstieg bei der Verordnung neuartiger Neuroleptika an Kinder und Jugendlichen innerhalb der letzten sechs Jahre um das vierfache verzeichnet.

Auch die Verschreibung von Ritalin hat sich im Zeitraum 1995 - 2004 um das 20-fache erhöht. Antidepressiva wurden 2005 25% mehr an Kinder vergeben als im Jahr davor. Die Reihe der Psychopharmaka lässt sich fortsetzten, auch Aufputschmittel wie Modafinil (dessen Konsum bei den Jugendlichen in den USA doppelt so schnell steigt, wie der von Marihuana) Betablocker oder Antidementiva werden missbräuchlich eingesetzt.

Gegen Versuche, sich und seine Kinder auf kognitiver Ebene zu verbessern, ist im Grunde nichts einzuwenden. Auch Meditation oder Kräutertee können so eine Intervention sein. Die Frage ist nur: Welche Optimierungsmittel in welchem Alter?

Ein gesellschaftlicher Diskurs hat sich vor allem 2009 in den Medien niedergeschlagen. In umfangreichen Berichten in Stern, Spiegel, Süddeutsche, Die Welt, Report Mainz, ... wurden vor allem ethische Aspekte beleuchtet, denn viele Medikamente werden, auch bei Kindern, außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete eingesetzt.

Pharmakologische Interventionen zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit stellen also eine neue Herausforderung für die Prävention dar. Fachleute sollten sich jetzt in die Diskussion einmischen, Positionen beziehen und Vorschläge erarbeiten, wie sie dieser Thematik präventiv aber auch therapeutisch begegnen wollen.

Anmelden können Sie sich online hier, per Fax: 0511-7014639 oder E-Mail: praeventionsteam@step-hannover.de.

Wir freuen uns auf eine interessante Fachtagung mit Ihnen.

............................................................................................................................................

Diese Veranstaltung ist duch die Ärztekammer mit fünf und durch die Psychotherapeutenkammer mit sechs Fortbildungspunkten zertifiziert