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5. Suchthilfetag Hannover am 21. September 2010
Neuro-Enhancement
Die Referenten:
Dr. phil. Eva Busch
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Leiterin des Winnicott Institutes.
Winnicott-Institut Hannover
Zitat:
Fred the frog is very ill,
if you want to help him:
drop him a pill.
(engl. Volkmund)
THEMA:
Berichtet wird von den Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie mit,
abgebrochenen psychopharmaka Behandlungen, dem Wunsch nach Medikation, sowie der Ablehnung
von Medikamenten oder der begleitenden Behandlung der Patientinnen und Patienten mit Psychopharmaka.
Davinia Talbot, M.A.
Medizinethikerin
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Zitat:
"Wunsch und Wirklichkeit muss man sehr genau unterscheiden, damit ein möglicher Einsatz von Neuroenhancern
überhaupt sinnvoll ist."
Die medienpräsent geführte Debatte um Möglichkeiten zur geistigen Leistungsverbesserung,
kurz: Neuroenhancement, hat ein Spektrum mit zwei Extremen: Auf der einen Seite überzeugte Befürworter,
die von einer Pflicht zum "Hirntuning" ausgehen, auf der anderen Seite scharfe Kritiker, die bereits die
Idee der Selbstoptimierung für anmaßend halten. Dazwischen abgestufte Akzeptanz oder Skepsis, z.B. mit
Verweis auf mögliche Nebenwirkungen oder gesellschaftliche Folgen.
Im Kontext von Kindern und Jugendlichen bekommt die Debatte eine noch größere Brisanz, weil hier junge
Menschen vor oder an der Schwelle zur Einwilligungsfähigkeit von möglicherweise weitreichenden Eingriffen
betroffen sind. Der Beitrag wird sich mit den ethisch relevanten Fakten und Argumenten von
Neuroenhancement für Kinder und Jugendliche befassen.
Margaretha Hunfeld
Gedächtnistrainerin
Bundesverband Gedächtnistraing e.V. Hannover
THEMA des Praxisbeispiels
Denken in Bildern - Merken leicht gemacht
Steigern Sie Ihre Merkfähigkeit um ein Vielfaches, indem Sie die Fähigkeit nutzen,
Informationen als Bild abzuspeichern. Sie werden feststellen, dass Ihr Gedächtnis besser ist, als Sie glauben.
Prof. Dr. Gerd Glaeske
Pharmakologe
Universität Bremen
Zitat:
"Ritalin ist kein Viagra fürs Gehirn und kein Mittel der sozialen
Kontrolle, Ritalin ist ein Arzneimittel mit möglichem Nutzen und
bekannten Risiken!"
Gerd Glaeske, Studium und Promotion in Hamburg, Schwerpunkte
Pharmazie, Pharmakologie und Wissenschaftstheorie. Seit 1981
wissenschaftlich tätig im Bremer Institut für Prävention und
Sozialmedizin und in medizinisch-wissenschaftlichen Grundsatzabteilungen
von Kassen und Kassenverbänden. Seit 1999 Professor für
Arzneimittelanwendungsforschung am Zentrum für Sozialpolitik der
Universität Bremen. Co-Leiter der Abteilung Gesundheitsökonomie,
Gesundheitspolitik und Verorgungsforschung. Mitglied (bis 30.9.2009) im
Sachverständigenrat Gesundheit
THEMA: Ritalin - therapeutische Hilfe oder soziale Kontrolle
Richtig eingesetzt sind Arzneimittel wirksame Hilfen in der Medizin.
Richtig eingesetzt können auch Ritalin und Co. eine Unterstützung bei
richtig diagnostizierten psychischen Störungen sein. Nur: An der
richtigen Diagnostik hapert es allzu oft, Ritalin und andere Mittel
werden als schnelle Lösung verordnet, als Mittel sozialer Anpassung und
Kontrolle für die Kinder, zur Entlastung der Erwachsenen, die mit den
Kindern und Jugendlichen Probleme haben. Zuviele Kinder und Jugendliche
schlucken solche Mittel, obwohl Verhaltens- und Familientherapie die
bessere Lösung wäre. Ritalin und Co. bei Gesunden ist zudem Missbrauch
solcher Psychostimulanzien, für Gesunde sind die Mittel weder zugelassen
noch untersucht, die Langzeitwirkungen sind viel zu wenig wenig bekannt.
Daher: Finger weg von solchen Mitteln, die viel Nutzen verprechen,
verlässlich aber nur zu Nebenwirkungen führen.
Stephan Schleim, M.A.
Philosoph/ Kognitivwissenschaftler
Universität Groningen
Stephan Schleim hat an den Universitäten Mainz und Frankfurt u.a.
Philosophie, Psychologie und Informatik studiert und danach am Institut
für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück seine Doktorarbeit
im Bereich der Hirnfoschung verteidigt. Zurzeit forscht und lehrt er am
Institut für Theorie und Geschichte der Psychologie der Universität
Groningen (Niederlande). Nebenbei schreibt er journalistische Texte über
wissenschaftliche Themen für ein breites Publikum, vgl. sein Blog
"Menschen-Bilder" (www.brainlogs.de) oder sein 2008 erschienenes Buch
"Gedankenlesen - Pionierarbeit der Hirnforschung".
THEMA: Wie gut ist gut genug? Versuch einer Therapie des unbegrenzten
Leistungsstrebens
Seit kurzem wird die Möglichkeit eines "Gehirndopings" öffentlich
diskutiert. Der Grund für diese Diskussion kann nicht in neuen
psychopharmakologischen Medikamenten liegen, da die diskutierten
Substanzen bereits seit Jahrzehnten bekannt sind. Die Diskussion sollte
daher weniger Stark auf die wissenschaftlichen und mehr auf die
gesellschaftlichen Aspekte Wert legen: Was wäre das für eine Welt, in
der wirksame und sichere Gehirndoping-Präparate frei verfügbar wären und
einige, viele oder alle Menschen davon Gebrauch machten? So lange der
Wettbewerbsdruck so groß wäre wie in unserer heutigen
Leistungsgeselschaft, wäre es meiner Meinung nach eine schlechtere Welt.
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